Stoizismus: Erwarte nicht das Unglück in der Zukunft

Es ist weider dieser verdammte Montag. Oder irgendein anderer Tag, an dem du gar nicht aus dem Haus gehen willst, weil du weißt, dass es schlimm wird. Ganz, ganz schlimm. Der Papierkram, die Kollegen, die Schulkameraden, die Prüfung. Deswegen leidest du auch schon am Vorabend unter Bauchschmerzen und bist schon seit einiger Zeit viel zu gestresst und immer schlecht drauf.

Das sollte nicht so sein.

Du kannst das ändern, in dem du Stoizismus praktizierst, stoisch bist, und deinen Geist in die Gegenwart holst und dich auf dich konzentrierst.

Ich möchte dir ein Zitat eines bekannten Stoikers mitgeben. Ich hoffe, es inspiriert dich, ein sorgenfreies Leben zu führen:

„Nichts ist so elend oder töricht, wie das Unglück zu erwarten. Was für ein Wahnsinn ist es, Böses zu erwarten, bevor es kommt.“ – Lucius Annaeus Seneca (Quelle)

 

Was ist Stoizismus und wie hilft er uns?

Stoizismus ist eine Philosophie, die 300 v. Chr. bis 200 n. Chr. in der griechisch-römischen Philosophenschule entstand und gelehrt wurde. Ihre Lehre handelt davon, wie man naturgemäß lebt, die Affekte beherrscht und sein Leiden stoisch gefasst erträgt (Quelle: Wikipedia).

Daher kommt auch der Begriff „stoisch“, wie z.B. etwas „stoisch“ ertragen.

Das klingt erstmal nicht so aufbauend, oder? Sein Leiden einfach ertragen…

Aber in der Schule des Stoizismus und seiner modernen Auslegung steckt noch viel mehr, was wir für unser Leben gebrauchen können. Und glaub mir, dabei geht es um weit mehr, als alles Leid stoisch zu ertragen. In den USA ist der Stoizismus deshalb sogar richtig in Mode, unter dem Begriff „stoic“, und viel verbreiteter, als bei uns.

Und das hat seinen Grund, denn der Stoizismus oder ein „stoic Mindset“ hilft uns im täglichen Leben ganz in der Gegenwart und ganz bei uns zu sein. Er hilft uns, uns nur auf uns zu konzentrieren, weil wir die einzigen Dinge sind, die wir ändern können, auf die wir Einfluss haben.

Mein Fahrlehrer sagte einmal zu mir, „wenn du dich weiter so über die anderen Fahrer aufregst, wirst du noch wahnsinnig!“. Er hatte recht. Ich war rechthaberisch und ständig auf 180, weil ich als Fahrschüler ja sicher weiß, wie man richtig fährt aber die anderen sich an keine Regeln halten wollen. Und das habe ich lange Zeit nicht in den Griff bekommen. Aber kann es denn die Lösung sein, jedes mal vor Wut in das Lenkrad zu beißen, sobald man Auto fährt?

Sicher nicht. Ich konnte die anderen Autofahrer ja sowieso nicht bekehren. Warum sollte ich mich also aufregen?

Die Welt ist, wie sie ist.

Oder?

Stoisch sein heißt nicht, alles Leid unglücklich zu ertragen

Ja und nein. Die Welt ist, wie sie ist und wir können sie nicht ändern – ja. Aber wir können uns und unsere Wahrnehmung ändern und damit auch die Situation und die Welt. Das meint der Stoizismus.

Es bedeutet einfach, sich nur auf das zu konzentrieren, was man in der Hand hat. Was man ändern kann.

Statt also bereits eine Menge Energie darauf zu verschwenden das Unglück kommen zu sehen, oder gar zu antizipieren in dem man gar nicht mehr das Haus verlässt, einfach abzuwarten ob es denn tatsächlich eintritt. Und in diesem Moment bereit zu sein, um zu handeln.

Beispiele:
Wenn ich mir die ganzen Wochen vor der Prüfung Sorgen um mein Bestehen mache, weil mein Abitur oder Studium von der Note abhängt, wird mich das vermutlich viel Zeit kosten und lähmen. Dass ich durchfallen oder schlecht abschneiden könnte beschäftigt mich tagsüber und lässt mich nachts schlecht schlafen. Wie viel Zeit hätte ich zum Beispiel in zwei Wochen der Sorgenplagerei verloren? Ich wette, es wären einige Stunden gewesen. Stunden, in denen ich hätte lernen können, um besser abzuschneiden. Und am Ende? War die Prüfung vielleicht gar nicht so schlimm, wie erwartet. Ist es ja meistens nicht.

Dasselbe gilt, wenn du dir Sorgen um den wichtigen Termin auf der Arbeit machst. Die wichtige Besprechung oder der Kundentermin. Die Grübelei bringt nichts und verschwendet nur Zeit, die wir für die Vorbereitung gebraucht hätten. Ja, am Ende passiert vielleicht genau das, was wir uns ausmalen, weil wir uns es so deutlich und präzise vorstellen und die Chance verpassen an unseren Möglichkeiten zu arbeiten. Wir konzentrieren uns nur auf das Schlechte.

Was uns Lucius Annaeus Seneca mit dem Zitat sagen will

Für mich stecken in dem Zitat zwei wichtige Aussagen.

Erstens sollten wir uns auf das hier und jetzt konzentrieren und auf uns selbst. Das sind die einzigen zwei Dinge, auf die wir wirklich Einfluss haben. Alles andere liegt in der Zukunft. Und ein Geist, der nur in der Zukunft hängt ist unglücklich und malt sich Schreckensszenarien aus, die vielleicht niemals eintreten. Einen Beitrag über das Leben im jetzt habe ich bereits für dich geschrieben.

Zweitens sollten wir lernen  die Dinge, die wir nicht ändern können, zu akzeptieren. Wir können die Welt nur durch unser eigenes Handeln verändern. Alles andere liegt nicht in unserer Macht – in dieser Einstellung steckt Akzeptanz und die ist ganz wichtig für ein freies und gutes Leben. Kraft und Energie auf Dinge und Situationen außerhalb unseres Handlungsbereiches zu verschwenden macht keinen Sinn. Stattdessen sollten wir an uns und unserer Sichtweise auf die Welt arbeiten – und lernen mit unseren eigenen Fortschritten zufrieden sein.

Hadere nicht mit der Welt und erwarte das schlimmste. Sei glücklich über dich selbst,
dein MindPunk.de

 

Foto: Luke Porter

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