Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls und wie du sie aufbaust

Unser Selbstwertgefühl hat einen enormen Einfluss auf unser Leben und kann darüber entscheiden, ob wir glücklich und zufrieden sind oder ständig alles schief geht. Nathaniel Branden zeigt uns in seinem Buch „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“, wie wir erfolgreich und zufrieden durch ein starkes Selbst werden können.

Warum ist Selbstwertgefühl für unser Leben wichtig?

Selbstwertgefühl ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es wirkt wie unser Immunsystem und hat einen enormen Einfluss auf unser Leben. Je mehr wie davon haben, desto weniger anfällig sind wir für Angriffe von außen, zum Beispiel auf Kritik oder „gut gemeinte Ratschläge“. Sie prallen einfach an uns ab.

Und: Selbstwertgefühl ist eine selbsterfüllende Prophezeihung für den Erfolg oder Misserfolg in unserem Leben.

Wenn wir viel Selbstwert besitzen, sind wir positiver, unbekümmert und strahlen das auch aus. Wir werden gute Noten bekommen, einen besseren Abschluss machen, einen besseren Beruf finden und mehr Geld verdienen. Das Leben läuft automatisch im Erfolgsmodus.

Wenn wir wenig Selbstwert besitzen, laufen die Dinge vermeintlich schief und wir bestärken uns immer wieder mit unserem eigenen Versagen. Wir haben ja schon vorher gewusst, dass wir das tolle Projekt nicht bekommen, weil wir es einfach nicht verdienen und nichts taugen…

Der größte Teil des Selbstwertgefühls wird uns von den Eltern und unseren Lehrern mitgegeben. So weit, so schlecht, oder?! Denn wie das so ist mit der Schule, ist sie häufig der perfekte Ort um schlechte Erfahrungen zu sammeln, statt gute, die einen aufbauen.

Jeder hat wohl ein paar Erfahrungen, Kritik oder Hänseleien aus seiner Kindheit in seinem Gedächtnis, die ihn unterbewusst noch beschäftigen.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Selbstwertgefühl kann man lernen! Und das ist gar nicht so schwer, wenn man die sechs Säulen kennt, auf denen sich Selbstwertgefühl aufbaut.

Was ist Selbstwertgefühl und wie bauen wir es auf?

Ein Gefühl für seinen Selbstwert zu besitzen, bedeutet, das Recht auf Glücklichsein einzufordern. Es bedeutet wirklich verinnerlicht zu haben, wer wir sind und das wir ein Recht auf ein glückliches und erfülltes Leben besitzen. Wir haben Respekt vor uns selbst und fordern diesen auch erfolgreich von anderen ein. Wir lassen uns nicht herumschubsen oder ausbeuten.

Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls

1. Säule: Bewusstes Leben

Ein bewusstes und achtsames Leben hilft uns dabei zu entdecken, ob wir uns durch fehlendes Selbstwertgefühl nicht etwas vormachen. Wir sind leider sehr, sehr gut darin unsere Umgebung negativ zu interpretieren.

Du kennst vielleicht den Effekt, dass ein negatives Feedback uns mehr beschäftigt, als 500 positive Rückmeldungen? Das liegt daran, dass unser Ego nach Konflikten sucht. Und so ist es auch, wenn wir wenig Selbstwertgefühl besitzen.

Wenn uns zum Beispiel jemand böse anschaut, könnten wir denken „der mag mich nicht, davon fühle ich mich verletzt!“ und den restlichen Tag darüber nachgrübeln, was wir falsch gemacht haben.

Selbstwertgefühl wirkt hier wie ein Schutzschild. Wenn wir viel davon besitzen, würden wir nämlich wahrscheinlicher denken „Ich denke du bist wütend auf dich selbst, und würde dir gerne helfen.“

Distanz zu unseren (negativen) Gedanken aufzubauen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn du das nächste mal sauer oder traurig bist, hinterfrage dich selbst, ob du gerade wirklich Grund dazu hast, oder ob dein Ego nur nach Beschäftigung sucht und die Realität heftig überinterpretiert.

2. Säule: Selbstakzeptanz

Ein wichtiger Schritt zu einem stabilen Selbstwertgefühl ist die Akzeptanz unserer Selbst. Wir müssen uns selbst mögen und akzeptieren, wie wir sind.

Wir sind nicht perfekt. Wir alle machen Fehler und sollten nicht so hart zu anderen und uns selbst sein.

Witzigerweise sind wir zu uns selbst sogar noch kritischer, als zu anderen.

Wenn dir mal ein Missgeschick passiert, denken wir eher, „Mensch du Blödmann, wie konnte dir das jetzt schon wieder passieren!“, als „Ach, ein kleines Missgeschick. Was hat mich denn so beschäftigt, dass ich so unachtsam war?“.

Akzeptanz ist ein großer und wichtiger Schritt zu einem freien und guten Leben. Und das hat nichts damit zu tun selbstgefällig zu werden. Aber wir verbringen jede Sekunde unseres Lebens mit uns. Wäre es da nicht schön, wenn wir uns mögen würden?

3. Säule: Selbstverantwortung

Selbstverantwortung bedeutet, dass wir die Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen. Wenn wir unglücklich sind, liegt es in unserer Verantwortung das zu ändern.

Dazu gehört die Probleme für unser Unglück oder Leiden zu erkennen und abzustellen und das Selbstmitleid zu besiegen.

Glaub mir: Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Nur hilft es uns ja nicht weiter, wenn wir uns ständig dafür selbst bemitleiden und nichts unternehmen. Häufig steht uns auch hier unser Ego im Weg, dass leiden möchte, weil es sich lieber mit der Vergangenheit beschäftigt, statt im hier und jetzt zu leben.

4. Säule: Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein ist eine Säule des Selbstwertgefühls und beschreibt, sich darüber bewusst zu sein, dass wir ein Recht auf unsere Existenz haben. Und ein Recht auf Glück. Jeder von uns.

In einem Experiment mit Studenten hat Nathaniel Branden herausgefunden, dass zwar jeder in einer schriftlichen Umfrage der Meinung war, er hat das Recht auf seine Existenz. Bei dem Versuch das laut auszusprechen hatten aber alle Probleme damit.

Es klang wie eine Kampfansage: „Ich habe ein Recht zu existieren!“

Als würden die Studenten dieses Recht verteidigen müssen.

Ich frage dich? Hast du dein Recht auf deine Existenz schon verinnerlicht? Kannst du ruhig und gewissenhaft sagen, „Ich habe ein Recht auf meine Existenz“? Ohne Wut, Zorn oder lautes Ausrufezeichen?

Das ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Wenn wir das besitzen, können wir vieles in unsere Leben bestimmter und angstfreier angehen. Wir haben alles Recht dazu.

5. Säule: Zielgerichteter Lebensstil

Ein zielgerichteter Lebensstil hilft uns, einen gesunden Selbstwert aufzubauen, weil wir uns Ziele setzen und diese erreichen.

Deshalb hat beruflicher Erfolg so einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl: Wer hier erfolgreich ist, erreicht ständig neue Ziele.

Aber auch im privaten können wir uns weiterentwickeln und Ziele erreichen. Zum Beispiel mehr Bücher zu lesen, ein Bild zu malen, häufiger Wandern zu gehen oder einen Blog zu schreiben.

Wir müssen uns diese Ziele nur setzen. Und wie setzt man sich Ziele? In dem wir sie laut aussprechen, oder noch besser: aufschreiben.

Und zwar so, dass wir sie auch erreichen können. Nämlich SMART:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Akzeptiert
  • Realistisch
  • Terminiert

6. Säule: Persönliche Integrität

Die letzte Säule des Selbstwertgefühls bildet die persönliche Integrität. Ziele zu haben ist zum Beispiel nur die halbe Miete. Diese auch zu verfolgen und zu erreichen, erzeugt persönliche Integrität.

Wir handeln nach dem, was wir denken, fühlen und kommunizieren.

Das nimmt nicht nur unsere Umwelt wahr und wird uns positiv einschätzen, sondern wirkt sich auch auf unser Selbstwertgefühl aus.

Ich habe mir zum Beispiel mit MindPunk die 365 Tage Blog Challenge gesetzt und möchte jeden Tag einen neuen Blogbeitrag veröffentlichen. Dieses Ziel habe ich öffentlich kommuniziert und arbeite seit einem Monat daran. Und ich kann dir bereits nach dieser kurzen Zeit sagen, dass das für mich sehr, sehr viel positiv verändert hat.

Persönliche Integrität bedeutet zu uns selbst, zu unseren Gefühlen und Meinungen zu stehen. Je geschlossener unsere innere und äußere Welt ist, desto gesunder erwächst auch unser Selbstwertgefühl.

„Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ lohnt sich für dich, wenn…

Die 6 Säulen des Selbstwertgefühles von Nathaniel Branden lohnt sich für dich, wenn du häufig Minderwertigkeitsgefühle hast und denkst du seist nicht gut genug, oder du dir häufig Vorwürfe machst, weil du eine Prüfung nicht geschafft oder etwas dummes gemacht hast. Kurz gesagt: Wenn es dir schwer fällt dich selbst zu akzeptieren. Wenn du nicht das Gefühl hast, dass du es verdient hast erfolgreich und glücklich zu sein und du nicht optimistisch in die Zukunft blickst.

Denke daran: DU hast das Recht dazu zu existieren.

Ich wünsche dir das größte und mächtigste Selbstwertgefühl dieser Welt,
-dein MindPunk

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