Morningroutine: So startest du mit einem Powerwalk entspannt in den Tag

Neun von 10 YouTubern behaupten, eine Morgenroutine sei der beste Weg um in den Tag zu starten. Und auch wenn es irgendwie Apotheken-Umschau-mäßig klingt, sie haben recht. Wenn du dich morgens müde und antriebslos fühlst, ist jetzt der richtige Tag um aus den Federn zu steigen und raus vor die Tür zu gehen. Zum Beispiel für einen Powerwalk. 

Einen Powerwas? Einen Powerwalk!

Nein, ich bin unter 50 und gehe ohne Stöcke laufen. Aber weißt du was? Ich bin alt genug um gelernt zu haben, dass es mir egal sein muss, was andere von mir denken. Und wenn andere hippe Morningroutines aus den wildesten Smoothie-Kreationen empfehlen, sich danach durch 50 Burpees quälen und anschließend zum runterkommen noch 30 Minuten laufen, dann gönne ich ihnen ihre eiserne Selbstdisziplin. Und gehe entspannt spazieren. Und wenn ich das mit Stöcken tun wollte, weil ich auf Nordic Walking stehe, dann würde ich auch das tun. Ich hoffe du auch.
Aber ein Powerwalk ist mehr, als nur Spazierengehen. Es ist ein strammes Gehen, so dass man am Ende leicht angeschwitzt ankommt. Kurz vor der Grenze wo man das Laufen (oder Joggen) beginnen würde. Nur ohne sportlichen Ehrgeiz in dem Sinne, dass ich es Walking nennen würde. Sondern mit entspannter Musik im Ohr und Fokus auf der frischen, feuchten Luft, dem erst vor kurzem aufgegangenen Himmel und dir selbst.

Tipp: So hältst du deine Morgenroutine durch

Ich muss zugeben: Das Wort Morgenroutine löst bei mir Verkrampfungen aus. Das Wort klingt zu hip um wahr zu sein. Außerdem steckt in dem Wort „Routine“ etwas so regelmäßiges, dass Scheitern schon wieder wahrscheinlicher ist, als der Erfolg. Denn sind wir mal ehrlich, bis zu deinem Lebensende wirst du wohl kaum eine Routine durchziehen wollen, oder? Wenn es dir genauso geht, habe ich zwei Tipps für dich:

  1. Begrenze die Routine auf eine Zeit und führe sie als Experiment durch. Anstatt also zu sagen: „Ich starte meine neue Morgenroutine, sie wird mich zu einem besseren Menschen machen!“, sag also lieber „Ich probiere 2 Wochen eine neue Morgenroutine aus, und wenn sie mir gefällt, ziehe ich sie weiter durch“. Klingt banal, ist aber für das Mindset ein wichtiger Unterschied. Zwei Wochen kannst du dich einfacher Disziplinieren und wenn du danach wieder aufhörst, ist es deine bewusste Entscheidung. Du kannst also nur gewinnen, statt das Gefühl zu haben, etwas nicht geschafft zu haben.
  2. Mach es wie ich: Vergiss die Routine und habe einfach Spaß! Ich habe vor einigen Wochen das interessante Experiment eines Fotografie-YouTubers (sehr lustig!) mit dieser „Routine“ gesehen und wollte es seitdem auch ausprobieren. Aber ich kam immer mal wieder nicht richtig in die Gänge. Heute Morgen habe ich es einfach gemacht. Einfach weil ich Lust darauf hatte. Ob ich es morgen wieder mache? Mal sehen. Hab einfach Spaß und denke nicht so viel nach. Nur mein Tipp…

Mein erster Powerwalk: Ein Erfahrungsbericht

Meinen Powerwalk startete mit 35 Minuten Verspätung. Ich gebe es zu, die Snooze-Taste habe ich immer noch nicht besiegt. Eigentlich sollte man nicht snoozen, sondern einfach aufstehen. Das gelingt mir aber noch nicht.

Als ich losging war es erst wie immer, wenn ich mit unserem Hund rausgehe. An seiner üblichen Wiese verrichtet er sein Geschäft, ich sammel es brav auf. Feines Herrchen.
Nur, dass ich heute nicht zurück bin. Normalerweise folgt: Hund füttern, Herrchen Kaffee und ab ins Bett für eine weitere halbe Stunde dösen.
Heute gingen wir weiter. 40 Minuten weiter. Und es war toll.

Wir hatten aber auch Glück, denn heute war einer dieser Morgen, an denen die Luft besonders frisch riecht, das Gras noch leicht feucht ist, die Vögel zwitschern und niemand unterwegs ist. Toll.
Und ich hatte Glück mit meiner Spotify Playlist.

So gingen wir eine Weile. Am Anfang, dass muss ich zugeben, war es einfach normales Gassigehen. Ich war leicht müde und mein Körper nicht in Schwung. Aber so nach 15-20 Minuten ist etwas passiert. Ich wurde wach, ich wurde energisch. Kein Gedanke mehr an das Bett, oder dass es erst kurz vor 7 Uhr ist. Mein Körper wurde warm und mein Geist wurde wach.

Nach circa 40 Minuten sind wir wieder Zuhause angekommen. Beide mit einem Lächeln im Gesicht. Ich schwitze nur ganz leicht, fühle mich frisch und bereit in den Tag zu starten. Es ist ungefähr die selbe Uhrzeit, zu der ich mich normalerweise nach meiner letzten Runde snoozen aus dem Bett rolle. Nur das ich wach bin. Ein schönes Gefühl.

Und im Gegensatz zum Laufen, war der Weg auch einfach viel entspannter und ich komme ausgeglichener an. Aber das liegt vermutlich daran, wie unsportlich ich zurzeit bin. Aber vielleicht laufe ich den Weg morgen oder übermorgen auch. Wer weiß? Es geht ja nicht darum, dass das eine besser oder schlechter als das andere ist. Und auch nicht darum, einen eisernen Morningroutine-Trainingsplan umzusetzen. Nein, es geht darum einfach zu machen, worauf man gerade Lust hat und was einem gerade gut tut.

Also: Nimm die Stöcke, deine alten Laufschuhe oder geh Barfuß und probiere es einfach mal aus. Packe dir eine gute Playlist ins Ohr oder genieße die Geräusche um dich herum, ist auch egal. Gehe 30 Minuten oder länger in straffem Schritt und fühle in dich hinein, wie du dich veränderst.
Und wenn es dir gut getan hat, mach es morgen einfach nochmal.

 

Foto: Bruno Nascimento

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