So machst du dein Ding, egal was du tust

Egal was wir tun, wir sollten wenigstens einen Funken Erfüllung darin finden. Das ist das Mindeste, was wir vom Leben erwarten können. Aber der Spagat zwischen den Erwartungen anderer und unseren eigenen Zielen scheint manchmal nicht zu gelingen. Eine kleine Anekdote, die dir hoffentlich zeigt, wie du dein Ding durchziehst. Egal, was du tust.

Der Winzer und seine Liebe zum Wein

Vor einigen Jahren saß ich einmal mit einem Winzer beim Essen, als wir – natürlich – auf das Thema Wein zu sprechen kamen. Darüber was ein guter Wein sei. Er fragte mich, was aus der Sicht eines Winzers wohl ein guter Wein sei. Puh, keine Ahnung? Er grinste breit und frech und sagte: „Ein verkaufter!“.

Bei all der Liebe zu seinem Produkt, die er nach über 30 Jahren im Geschäft definitiv haben musste, um diesen Beruf so lange ausüben zu können, bringt er es auf diese einfache Formel: Ein verkaufter Wein ist ein guter Wein. Basta!

Ich fand das damals nicht gut und saß mit langem Gesicht am Tisch. Dass muss ich zugeben. Ich hätte mich gefreut, wenn er über das Zusammenspiel von Süße und Säure im Riesling gesprochen hätte. Über autochthone Rebsorten oder über die Widrigkeiten eines schwierigen Jahres und den erhabenen Gefühlen, wenn der Wein am Ende abgefüllt in der Flasche steht. Bereit, um seinem Empfänger nach dem Entkorken die Sinne zu verführen.

Aber das ist wohl nur ein romantischer Marketingtext auf der Rückseite eines Etiketts oder der in einem hippen Laden in Berlin Kreuzberg steht. Für diesen Winzer ist ein verkaufter Wein, ein guter Wein.

Und trotz seiner Simplizität steckt in dieser Schlussfolgerung tatsächlich auch eine tiefere Wahrheit. Denn einen Wein der nicht schmeckt kann man vielleicht einmal verkaufen. Aber sicherlich nicht auf Dauer. Und dann würde man keinen Wein mehr verkaufen und hätte ergo auch keinen guten Wein mehr. Oder? Also muss natürlich ein gutes Produkt da sein – oder zumindest ein akzeptables. Aber ohne Verkauf ist auch ein gutes Produkt nichts. Was nützt einem der beste Wein, wenn er im Keller liegt?

Folge deinem Herzen

Vielleicht stehst du ja gerade auch vor diesem Problem. In der Schule, der Uni oder im Job oder in einem Projekt, das du durchziehen willst.
Du sollst etwas tun, würdest es aber gerne anders machen. Du siehst keinen Sinn darin und weißt nicht, was du machen sollst. Du würdest gerne mehr Herzblut in die Sache stecken, einiges oder alles ändern. Aber weißt nicht, ob du dich damit zu sehr aus der Komfortzone wagst?

So wie unser Winzer, der vor dem Dilemma stand: Produziere ich einen Wein, den ich großartig finde, aber kein anderer? Oder produziere ich einen Wein der für mich OK ist, den ich aber verkaufen kann?

Wenn es dir so geht, habe ich einen Tipp für dich: Der scheinbare Widerspruch zwischen dem, was du für den Erfolg tun musst und deinem ganz eigenen Still muss kein Widerspruch sein. Es ist ein Kompromiss.

Egal was du tust: Mach dein Ding

Egal was wir tun, wir können es auf unsere Art tun. Das Leben besteht aus Kompromissen, ja. Und häufig ist es smarter, nicht alles nur schwarz oder weiß zu sehen und mit allem brechen zu wollen. Man muss sich nicht immer entscheiden. Bei fast allen Gelegenheiten im Leben hast du die Chance es einfach auf deine persönliche Art zu machen. Oft sogar, ohne das es irgendjemand mitbekommt oder es irgendwen stört.

Was uns davor zurückhält, ist oft falsche Bescheidenheit und eine Stimme in unserem Kopf, die uns einreden will, was richtig und was falsch ist.

Diese Stimme sagt zum Beispiel:

  • Meine Kollegen denken bestimmt, dass ich faul bin, wenn ich im Home Office arbeite
  • Was die anderen wohl zu meinem alten Auto sagen
  • Wenn ich zu lebhaft präsentiere, lachen mich die anderen aus
  • Die anderen haben komisch geguckt, als ich etwas gesagt habe und halten mich bestimmt für dumm

Ich könnte den ganzen Tag so weiter machen. Du weißt was ich meine, oder?

Es sind oft die falschen Gründe, aus denen wir uns zurückhalten und konform werden. Davon müssen wir uns befreien. Diese Stimme müssen wir wegsperren.

Du musst einfach nur dein wahres Motiv, deine innere Motivation finden, und deiner eigenen Stimme folgen.

Deine innere Motivation finden

Der Winzer aus unserem Beispiel ist ein bescheidener Mensch. Er hat nicht das Ziel der berühmteste Winzer der Welt zu werden, der für die charakterstärksten Weine steht. Er möchte Wein machen, weil es das ist was er kann, und er macht es gerne, weil er damit seine Familie ernähren und viel Zeit in der Natur verbringen kann.

Es braucht ihn also nicht zu interessieren, was andere über seinen Wein sagen, solange er genügend Kunden hat und mit der Qualität zufrieden ist. Er denkt nicht eine Sekunde darüber nach seinen Wein für Preise, goldene irgendwas, einzureichen.

Was aber leider häufig passiert ist, dass wir unsere Ziele aus den Augen verlieren. Wir fangen als bescheidener Winzer in einem neuen Job an und freuen uns über die neue Tätigkeit und das gestiegene Gehalt. Bald aber sind wir so unglücklich, wie in unserem letzten Job.

Oder wir wechseln das Studienfach und merken, dass wir auch hier Prüfungen schreiben müssen. Oder gehen in einen Sportkurs, nur um dort auch nicht mehr zu erscheinen.

Die Frage, die wir uns stellen müssen lautet: Wofür machen wir das eigentlich?

Bevor du mit allem hinschmeißt, finde heraus, was deine wirklichen Ziele sind. Wo willst du in 2, 5, 10 und 20 Jahren sein. Wer willst du sein?

Wenn du das für dich wirklich weißt, hältst du eine Erkenntnis in den Händen, die dich zu einem glücklicheren Leben führen kann. Du kannst Situationen ertragen, in denen du früher hättest hinschmeißen wollen, weil du weißt, wofür du etwas tust. Du kannst über die kurzfristigen Erschütterungen hinweg sehen, weil du dein persönliches, langfristiges Ziel im Auge hast.

Was kratzt es einen Baum, wenn sich ein Bär daran kratzt? Oder ein Hund daran pisst?

Häufig erscheinen uns Probleme kurzfristig sehr groß, aber sie spielen langfristig kaum eine Rolle. Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag etwas Kraft geben konnte. Finde heraus, was du wirklich erreichen oder wer du wirklich sein willst. Und dann mache das, egal was andere denken.

Lass dich nicht beirren,
dein MindPunk

Foto: Charles Etoroma

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