Buchempfehlung: Hört auf zu arbeiten – Eine Anstiftung das zu tun, was wirklich zählt

Das Buch „Hört auf zu arbeiten“ von Anja Förster und Peter Kreuz ist eine klare Anstiftung mit der Arbeit aufzuhören und endlich das zu tun, was wirklich zählt. Eine Leseempfehlung für alle, die sich den Großteil ihres Lebens zurückerobern und endlich das tun wollen, was sie aus Überzeugung machen wollen.

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Für wen ist „Hört auf zu arbeiten“ lesenswert?

  • Manager, die von Effizienzdruck gestresst sind
  • Angestellte und Mitarbeiter, die sich sich durch zu viel Druck nicht entfalten können
  • Jeder, der auf der Suche nach einem freien und guten Leben ist

Inhalt: Die Kernaussagen des Buches

Eines vorneweg: Es geht nicht darum nur noch in der Hängematte zu liegen und den Wolken beim vorbeiziehen zuzuschauen.

Es geht darum eine erfüllende Tätigkeit zu finden, bzw. sich die Aufgaben so zu gestalten, dass eine sinnstiftende Arbeitswelt für jeden Angestellten, Mitarbeiter und Manager möglich wird.

Anja Förster und Peter Kreuz holen dafür erst einmal aus und erklären uns die historische Entwicklung dessen, was wir „Arbeit“ nennen. Das ist wichtig zu wissen, weil unsere Arbeitswelt leider immer noch von Methoden aus der Industrialisierung geprägt ist und wir bereits in der Schule zu fleißigen, kastenköpfigen (eigene Wortschöpfung), Arbeitstieren erzogen werden.

Kreativität, Mut, Leidenschaft und all unsere tollen und vielfältigen Eigenschaften werden unterdrückt.

Nur wenn wir uns von Anreizen wie Geld, Macht oder Status entfernen und aus Überzeugung und Leidenschaft arbeiten gehen, können wir persönliche Erfüllung finden.

Der Einfluss der Industrialisierung auf unsere Schulen und Arbeitswelt

Der ganze Schlamassel, mit dem was wir heute Arbeit nennen, begann eigentlich zur Zeit der Industrialisierung im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Vorher war mit Sicherheit auch nicht alles rosig, aber was die Erfindung der Dampfmaschine aus den Menschen dieser Zeit machte, war für die Menschen eine krasse Veränderung in allen Lebensbereichen.

Sie wurden von Bauern zu Arbeitern in Fabriken.

Dort arbeiteten sie in den frühen Phasen der Industrialisierung 90-Stunden pro Woche, ohne Kranken- oder Unfallversicherung, bis zur Erschöpfung – auch Kinder. Erst später gründeten sich aus diesem Leid Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände, nicht zuletzt auch der Sozialismus, aber im Vergleich zu heute unvorstellbare Arbeitsbelastungen.

Jeder, der in der heutigen Zeit Unzufrieden mit seinem Job ist, sollte sich das mal bildlich vorstellen. Das macht zwar die eigene Situation nicht besser, oder soll sie herunterreden, ist aber eine Vorstellung, die die Perspektive verändern kann. Für mich zumindest.

Mit der Industrialisierung wurde eine Hierarchie in den Unternehmen eingeführt, die wir bis heute kennen: Aufseher und Werkmeister waren dafür verantwortlich die Mitarbeiter anzuleiten und deren Effizienz und Effektivität sicherzustellen.

Wir nennen das heute Manager.

Aber das Prinzip ist gleich: Zuckerbrot und Peitsche. Wer sich in den Dienst des Unternehmens stellt und nach den Regeln spielt wird belohnt (Prämien) und kommt weiter.

Wer Dinge in Frage stellt, oder gar anders machen will, wird bestraft oder fliegt raus.

Und woher kriegt man Angestellte, die da mitmachen? Richtig, aus Schulen mit Frontalunterricht, in denen Fokus auf Naturwissenschaften liegt und nur die Meinung des Lehrers richtig ist.

Die 1980er: Der Shareholder wird wichtiger als der Mitarbeiter

Dieses Modell der Arbeit ging sogar eine Weile gut, denn die Unternehmer denen die Fabriken gehörten taten viele Dinge, um den Arbeiter/innen das Leben einfacher zu gestalten.

Maßnahmen wie Arbeitersiedlungen dienen natürlich aus Unternehmenssicht dazu, dass die Arbeiter einen kürzeren Weg haben und noch mehr Zeit auf der Arbeit verbringen können. Aber es waren trotzdem Angebote, die man in der Nachkriegszeit gut gebrauchen konnte.

In der Regel waren die Erwerbsbiographien der Mitarbeiter tief verwoben mit den Unternehmen.

Bis in die 1980er.

Denn in dieser Zeit wurde durch die Internationalisierung der Absatz- und Vertriebsmärkte der Wettbewerb internationaler und somit auch der Anspruch zu möglichst geringen Kosten zu produzieren.

Effizienz heißt das Zauberwort.

Und das macht uns die Sache mit der erfüllenden Arbeit ziemlich schwer.

Effizienz und Kostendruck vernichten erfüllende Arbeit

Denn alles muss nun nur noch schneller und günstiger gehen. Möglichst günstig, möglichst viel. Kosten- und Zeitdruck sind allgegenwärtig.

Wer will denn da die Frage stellen, ob das was man gerade macht sinnvoll ist? Ob es nicht vielleicht besser geht?

Keiner.

Hauptsache fertig und verkaufen. Zur Not produziert man eine neue Version und verkauft diese erneut.

Die Führungskräfte reagieren natürlich auf die Entwicklung und ziehen die Daumenschrauben an. Man kann eben nur gebrauchen, wer mitzieht.

Wir arbeiten mehr und verdienen weniger

Und ständig verlässt eine neue Generation von willigen Arbeitern und Angestellten die Schule, die Hochschule oder die Universität und betritt das Hamsterrad mit einem breiten Grinsen.

Man will ja nun auch endlich mal etwas vom kleinen Kuchen abbekommen.

Aber das Problem ist, dass der Kuchen, der verteilt wird, immer kleiner wird.

Wir verdienen heute nicht nur weniger Geld, sondern haben auch weniger Lebensqualität.

So arbeiten wir immer mehr und verdienen immer weniger.

Früher waren wir arm, wenn wir keine Arbeit hatten. Heute dagegen sind wir arm – obwohl wir arbeiten.
– Horst Opaschowski (Zukunftsforscher)

Lebensarmut, nennen die Autoren von „Hört auf zu arbeiten“ das.

Und geben damit verpassten Chancen oder Momenten im Leben ein Gewicht. Dinge, die wir verpassen, weil wir unter Druck gesetzt werden und mehr und mehr arbeiten aber weniger Leben.

Als ich in einem internationalen Konzern meine ersten Jahre verbracht habe, habe zum Beispiel zwei Hochzeiten in meinem engsten Familienkreis verpasst, weil ich es nicht rechtzeitig zum Zug geschafft habe. Ich war Freitags bis 20 Uhr im Büro und danach war es zu spät. Damals fühlte ich mich mega wichtig, heute weiß ich gar nicht mehr, was ich in dieser Zeit eigentlich gemacht habe. Es war vermutlich jedem egal und völlig irrelevant, außer für mich selbst und mein tief eingetrichtertem Pflichtgefühl.

Ganz ehrlich: Zum kotzen.

Wie viel Geld soll solche Momente aufwiegen?

Wie finden wir eine gute Arbeit, die Sinn stiftet und uns erfüllt?

Gute Arbeit motiviert von innen (intrinsich) – schlechte Arbeit von außen (extrinsich).

Es geht bei guter Arbeit nicht darum hart und effizient zu arbeiten, mehr Geld zu verdienen, die Karriereleiter aufzusteigen und ein teures Auto zu fahren.

Gute Arbeit erfüllt uns in erster Linie selbst. Sie macht uns glücklich, auch wenn wir keinen Gegenwert bekommen.

Witzigerweise lehrt man das BWL-Studenten im 1. Semster  mit der intrinsichen Motivation so: „Das machen zum Beispiel die brotlosen Künstler. Nix zu essen, aber glücklich!“.

Die Erstsemester lachen dann, weil sie die Maslow-Pyramide ansehen und wissen: Selbsterfüllung steht an der Spitze und darf erst gesucht werden, wenn alle anderen Bedürfnisse erfüllt sind.

Was eine Lüge ist. Zumindest in einer Wirtschaft, die gezielt Konsumbedürfnisse generiert. Wir werden mit dieser Einstellung einfach nie glücklich werden.

Fazit: Finde Glück und Erfüllung in dem was du tust

Wenn du dich jetzt auf deinen persönlichen Weg begeben willst, um eine gute und bedeutsame Arbeit zu finden, lass dir gesagt sein, dass wir nicht alle Rockstars, Start-up Gründer oder Biobauern sein müssen, um unsere Selbsterfüllung zu finden. Die Erfüllung guter Arbeit steckt manchmal im Detail.

Frage dich einfach selbst, was du tun würdest, wenn du nicht auf Geld angewiesen wärst.

Frage dich außerdem, was dich in deiner aktuellen Situation eigentlich unglücklich macht?

Versuche deine aktuelle Situation von Geld abzukoppeln, es gibt fast immer etwas zu entdecken, was einen glücklich macht, wenn man die Perspektive wechselt.

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PS: Photo by Jason Rosewell

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