Freitag der 13. – Ich bin der größte Pechvogel der Welt!

Wenn man abergläubisch ist, ist Freitag der 13. ein schwieriger Tag. Zum Glück bin ich das nicht, oder?! Für mich war heute einer dieser Tage, an denen ich lieber nicht vor die Tür gegangen wäre. oder liegt das nur an meiner Perspektive? Ich zeige dir, wie unsere Wahrnehmung unsere Realität beeinflusst.

Erst geht das Mikrofon kaputt!

Alles fing damit an, dass ich eine Lieferung von Amazon bekam. Mein neues Mikrofon, mit dem ich für diesen Blog einen Podcast aufnehmen möchte. Als ich es aus der Packung nahm und es aufbauen wollte, ist mir direkt das billige Stativ in seine Einzelteile zersprungen.

Das hat mich genervt, aber ich hatte nicht viel Zeit wütend zu werden, denn ich musste zum Schneider, um meinen Hochzeitsanzug anprobieren.

Natürlich stand ich erstmal im Stau. Freitags um kurz nach 13 Uhr an der Berufsschule vorbei zu fahren war keine gute Idee.

Dann auch noch der Anzug!

Beim Schneider wollte ich dann nach Wochen des Wartens endlich meinen Anzug an. Aber ich habe die Hose kaum zu bekommen. Habe ich in den letzten vier Wochen wirklich zu viel zugenommen oder hat er falsch gemessen?

Aber eigentlich kein Problem, dachte ich mir, er kann das ja ändern. Es ist noch Zeit genug. Deshalb ging ich halbwegs zufrieden zurück zu meinem Auto. Ich habe mich in dem Moment über meine neuen Stiefel gefreut, die wirklich perfekt passen und in denen ich mich sehr wohl fühle. Sie waren teuer. Normalerweise kaufe ich mir maximal Schuhe, die die Hälfte kosten. Aber diese hier haben von Anfang an so gut gepasst, die konnte ich nicht zurückschicken. Ich habe es selten erlebt, dass ich ein paar Schuhe oder Stiefel anziehe und das Gefühl habe, dass sie perfekt sitzen. Irgendwo zwickt es ja immer. Aber in diesem Fall nicht.

Die Freude hielt so lange, bis ich zuhause ankam und mir unser Hund die neuen, teuren Schuhe zerkratzt hat.

Unser Hund frisst (quasi) meine Schuhe!

Wie wild ist sie hin und her gesprungen und mit zwei seiner langen Krallen mitten auf dem linken Schuh gelandet. Zwei Tiefe Krater sind das Ergebnis.

Ich musste trotzdem mit ihr Gassi gehen und war die ganze Zeit über sauer. Und dann frisst das Vieh auch noch alles, was ihr vor die Schnauze kommt.

Ich war maximal bedient und habe sie nur noch angemotzt. Mir war klar, dass ich unfair war, der Hund hat sich ja nur gefreut mich zu sehen, aber ich konnte nicht anders.

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt!

Und das ist jetzt wirklich keine Übertreibung: Keine 30 Sekunden später stand ich hektisch am Sicherungskasten und habe alle Sicherungen der Wohnung rausgedreht. Beim Einschütten des Kaffeewassers habe ich versehentlich Wasser in die dahinterliegende Steckdose geschüttet. Diese gab schon ein Brummen von sich und wurde heiß.

Der Tag heute hat mich wirklich fertiggemacht. Ich greife zum Handy und möchte meiner Freundin schreiben. Was sehe ich da? Es ist Freitag, der 13.

Ich armer Pechvogel!

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Ich musste der größte Pechvogel des Tages sein.

Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, bin ich am Abend Joggen gegangen. Ich habe zwar seit einem Jahr keinen Sport mehr gemacht, aber wollte unbedingt neu anfangen. Meine Hündin habe ich mitgenommen.

Sie hat ständig blockiert und ist stehengeblieben, fand alles spannender als mit mir zu Laufen. Aber irgendwann ging es.

Bis zu dem Eichhörnchen.

Schock: Mein Hund rennt auf die Straße!

Am Ende der Runde kamen wir wieder in den Stadtbereich. In einer Parkbucht stand ein Baum und ein Eichhörnchen kletterte an ihm. Ich denke noch „Hallo Kerlchen!“, als mir einfällt, dass ich mit meinem Hund unterwegs bin und dieser nicht angeleint einige Meter hinter mir läuft.

In diesem Moment springt das Eichhörnchen vom Baum und ist in zwei Sätzen über der Straße.

Mein Hund springt im großen Satz hinterher.

„AUS!“, schreie ich aus voller Kehle.

Und was glaubst du, was an diesem verdammten Freitag passiert?

Sie bleibt stehen und mit sagenhaftem Eifer versucht sie nicht mal mit einer Pfote über die Bordsteinkante zu kommen.

Der ganze Tag lief scheiße.
Den ganzen Tag hat sie sich widersetzt und Blödsinn gemacht.
Den ganzen Tag habe ich nur das schlimmste erwartet.

Und das Schlimmste bekommen.

Aber soll ich dir etwas sagen? Das ist nur die halbe Wahrheit.

Unsere Wahrnehmung bestimmt unsere Realität

Ich habe heute einige tolle Dinge erlebt:

  • Amazon wird mir diesen Billigschrott einfach umtauschen
  • Ich kam trotzdem pünktlich zum Termin und es ist kein Problem die Hose zu ändern
  • Mein Hund hat eine Lektion in „ich fresse nicht alles“ bekommen und verzeiht mir meinen Zorn
  • Ich habe keinen Stromschlag bekommen (!)
  • Und mein Hund wurde nicht von einem Auto überfahren (!!!)

Alles Negative ist nur in unserem Kopf. Es ist unsere Erwartungshaltung, die unsere erlebten Ereignisse in einen negativen Rahmen rückt.

Stell dir vor, wie mein Tag ausgesehen hätte, wenn das Wasser ungünstig in die Steckdose gefallen wäre und es einen Stromschlag gegeben hätte?

Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Hund ein Eichhörnchen jagt von einem Auto überfahren wird?

All das wären Dinge gewesen, die mein Leben für lange Zeit hätten negativ beeinflussen können.

Sie hätten mich, meine Partnerin und ein Lebewesen für das ich Sorge trage nachhaltig gefährdet und erschüttert.

Das sind Probleme.

Alles andere sind Kleinigkeiten des Alltags, über die es sich nicht nachzudenken lohnt.

Aber es ist leicht in einen Strudel zu geraten. Eine schlechte Sache folgt dann auf die nächste. Und schon bald haben wir das Gefühl vom Pech verfolgt zu sein.

Heute war in Wahrheit (m)ein Glückstag!!!

Wenn es dir das nächste Mal auch so geht, atme tief ein und aus. Schließe deine Augen und versuche zu spüren, was es für ein wahnsinniges Glück ist, dass DU lebst. Das DU hier sein darfst und wie wertvoll dieses Geschenk ist. Lass nicht zu, dass dich Kleinigkeiten fertigmachen und denke daran, dass es unsere Wahrnehmung ist, die unsere Realität bestimmt.

Ich habe den ganzen Tag alles nur negativ gesehen. Aber eigentlich war heute, Freitag der 13., mein Glückstag. Denn es geht uns allen gut. Ich hoffe dir auch.

– Dein Mindpunk

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