Eule, Lärche? Faultier!

Man sagt, man müsse nur seinen Biorhythmus identifizieren, und schon hat man mehr Energie, arbeitet effizienter und effektiver und generell, das Leben fühle sich einfach toll an. Aber gibt es diese Typen wirklich? Funktioniert das auch für mich? Bin ich eine Eule oder eine Lärche, oder einfach nur ein Faultier?

Es kann sein, dass mein Bio- und Schlafrhythmus durch die Zeiumstellung einfach noch völlig im Eimer ist. Das nimmt mich immer etwas mit. Aber mich beschleicht das Gefühl, dass für mich keine der Kategorien, Frühaufsteher oder lange wach bleiber, greift. Manchmal arbeite ich früh gut und habe sehr viel Energie. Mal ist es umgekehrt. Einen Sweetspot oder eine Power Hour habe ich noch nicht ausmachen können.

So sehr ich mir auch wünschen würde ein Frühafsteher zu sein. Die sommerliche Frühlingsluft genießend meinen Kaffee schlürfe und kreative Zeilen schreibe. Bevor die anderen zur Arbeit fahren, hätte ich dann schon mein Tagwerk verbracht und am Ende alle so: Wow, wann machst du das alles bloß?! Und ich so: Ich bin Batman.

Aber das alles klingt, wie ein viel zu schöner Traum. Die Realität ist: Ich achte zu wenig auf das Einhalten einer Regelmäßigkeit. Gestern z.B. habe ich zu lange gearbeitet. Erst war ich eine Stunde zu lange im Büro, dann musste ich noch Haushaltsdinge erledigen und bis ich mal für entspannen konnte, war es bereits 21 Uhr. Aber anstatt abzuschalten, lese ich ein Sachbuch – und weiß, dass ich das nicht tun darf – und es lässt mich nicht mehr los. Anschließend habe ich noch bis 24 Uhr meine Arbeitsprojekte nach der neu erlernten Projektorganisationsmethode organisiert. Nicht mal meine privaten Projekte, nein, meine beruflichen Projekte.

Und eigentlich sind Zahlen wie 21 Uhr Netflix und 24 Uhr schlafen gehen Rookie Numbers. Das müsste ausreichen. Wenn ich das so mache, bin ich aber brutal geplättet. Was mich zu der Überlegung bringt, dass ich keine Nachteule bin.

Wenn ich aber um 22 oder 23 Uhr ins Bett gehe, bin ich morgens um 6 Uhr zwar einigermaßen ansprechbar. Lärche geht aber auch irgendwie anders.

Bin ich also eine ganz andere Kategorie? Bin ich etwa Faultier?

Oder fehlt mir nur der besondere Motivationskick im Leben. mein Purpose. Mein innerer Get-Shit-Done-Drill-Instructor, der meinem Schweinehund jeden Morgen in den Arsch tritt?

Oder ist es genau anders herum und mir fehlt der innere Mönch, der mich zu stoischer Disziplin und asketischer Lebensweise inspiriert und mir so ein ausgeglicheneres Leben ermöglicht?

Was auch immer es ist, ich habe wohl ein Jahr Zeit es herauszufinden. Meine 365 Tage Challenge wird zeigen, wie und wann ich am besten und kreativsten arbeiten kann.

 

Foto: Nikolas Noonan

 

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