3 Lektionen, die du aus dem Film ‚Money Monster‘ lernen kannst

In Money Monster treffen der erfolgreiche Showmaster Lee Gates und der geschröpfte Kleinanleger Kyle Budwell, der auf einen Aktientipp einer fragwürdigen Unterhaltungsshow hörte und so das Erbe seiner Mutter verlor, aufeinander. In diesem Kammerspiel geht es um Geld, Gier und eine Gesellschaft, die gerne wegsieht.

Der Plot von Money Monster

Kyle (Jack O’Conell) macht sich mit einer Pistole und einem Bombengürtel auf den Weg in die TV Sendung Money Monster, um den Showmaster Lee Gates (George Clooney) und den CEO des Unternehmens, in das er investierte, zur Rede zu stellen. Er sucht Gerechtigkeit für alle geschröpften Kleinanleger, die bei diesem Deal über den Tisch gezogen wurden und nimmt die Crew der TV-Show in einer Live-Sendung als Geisel.

Abseits des Hollywood-Plots, geht es um ein paar ganz wichtige und gesellschaftliche Phänomene, die unsere Gesellschaft bereitwillig akzeptiert werden. Und über die ich an dieser Stelle ein paar Worte verlieren möchte.

1. Der Kleinanleger ist immer der Dumme

Egal ob bei der Telekom Aktie, Konten in Island oder der Finanzkrise: Der Kleinanleger ist immer der Dumme. Am Ende ist er es, der die Zeche zahlt, derjenige der sein Geld nicht wieder bekommt. Alle anderen sind too big to fail oder haben sich schon mit einem satten Gewinn aus dem Staub gemacht.

So auch im Film, bei der die Aktie von IBIS Capital eine erheblichen Kurzsturz verkraften muss und insgesamt 800 Millionen Dollar an Wert verliert. Kurz nachdem die Aktie in der TV-Show Money Monster „als sicherer Tipp“ gehandelt wurde.

Als Grund für den Crash gibt es nur Ausreden: Glitch. Ein Fehler im Computersystem selbstständig handelnder Algorithmen, den man untersuchen müsse. So etwas sei eben der „schwarze Schwan“, den man nicht kommen sehen könne. Tja.

Im Film, wie im echten Leben, ist die Information das Problem. Private Anleger haben hier ein Defizit, dass sie nie aufholen können. Weil Unternehmen Insiderwissen über Geschäftsentwicklungen haben, weil institutionelle Anleger schneller sind und weil die Medienindustrie nicht mehr funktioniert.

2. Die Medien arbeiten nicht mehr journalistisch

Im Film diskutiert die PR Chefin mit der Aufnahmeleitung (Julia Roberts) von Money Monster über die geplanten Interviewfragen. Der Unternehmensvertreterin ist es wichtig, dass nicht vom Skript abgewichen wird und keine kritischen Fragen gestellt würden.

Man befände sich ohnehin in einer sehr schwierigen Situation. Als Antwort bekommt sie von Julia Roberts im Film, „wir sind nicht der Feind. Wir sind gar keine Journalisten.“

Wie können sich die Macher einer Nachrichtensendung über Aktien nicht selbst als Journalisten bezeichnen?

Medien befinden sich heute mehr denn je in einem Kampf um die Aufmerksamkeit ihrer Zuschauer, Zuhörer und Leser. Und diesen Kampf versuchen sie, vor allem in den USA, mit Entertainment zu gewinnen. Zuspitzung, Verdichtung, Sensation. Damit macht man Auflage und Reichweite.

Und man braucht den Zugang zur Wirtschaft, um als Günstling als erstes an die News zu kommen.

Also stellt man keine kritischen Fragen, eckt nicht an und zieht sein Ding durch. Der Zirkus ist in der Stadt.

Was journalistisches Arbeiten früher einmal ausgemacht hat? Die Suche nach der Wahrheit.

(Interessante Randnotiz: Die New York Times hat eine sehr gute Werbekampagne mit genau dieser Botschaft)

3. Wir alle leben in dieser Gesellschaft und akzeptieren sie

Auch wenn der Film besonders am Anfang ganz schön auf die Klamauk-Taste drückt, konfrontiert er uns mit einer sehr bitteren Wahrheit. Wir alle Leben in der gezeigten Realität und akzeptieren diese.

In Money Monster übernimmt der Geiselnehmer Kyle die Rolle des Propheten und verkündet seine Botschaft Live im TV. Die Aktienmärkte seien von den Unternehmen manipuliert, die Medien steckten mit drin und verarschen das Volk und am Ende sei der kleine Mann der Dumme.

Er macht dabei am Anfang keine gute Figur und wirkt nicht eloquent oder souverän, auf dieser Bühne, die er sich selbst gesucht hat.

Er wirkt wie ein Trottel, der wilde Verschwörungstheorien von sich gibt.

Und so hat man eher Mitleid mit diesem irregeleiteten Mann, der sein Erspartes verloren hat und nun einen Sündenbock sucht.

Aber neben all der Zuspitzung und Präsentation im Film stelle ich die Frage: Ist das nicht wirklich so?

Ist es denn nicht so, dass unsere Öffentlichkeit bereitwillig gewisse Dinge akzeptiert und die Augen zu macht?

Wir verschließen die Augen so lange es geht. Wir verschließen sie vor der Finanzindustrie, die jahrelang toxische Finanzprodukte vertreibt, vor der Automobilindustrie, die Abgaswerte manipuliert, vor der Politik, die mit Lobbyisten klüngelt und vor den vielen kleinen Dingen direkt vor unserer Nase.

Und wenn sich jemand hinstellt und die Wahrheit ausspricht, ist der irgendwie anders. Anders mögen wir nicht, denn anders sein greift unser Weltbild an. Wir klammern uns mental an unsere kognitiven Landkarten, das Paradigma mit dem wir unsere Welt betrachten und einschätzen. Unser Weltbild gibt uns Sicherheit. Eine Attacke darauf können wir nicht akzeptieren.

Und so kommt es, dass wir als Volk Stück für Stück verdummen. Weil es der Weg des geringste Widerstandes ist.

Fazit

Money Monster präsentiert ein zynisches Bild unserer Gesellschaft in einem gut erzählten Hollywoodfilm, der manchmal Klamauk und manchmal ernst zu nehmen ist. Der Zuschauer kann sich selbst entscheiden, welchen Film er sehen will. Die Reise eines fragwürdigen Showmasters zu seinen journalistischen Wurzeln  oder eine Kritik an unserer Gesellschaft in der viel Wahrheit steckt.

Die Frage ist, wie wir unseren Weg finden,  mit dieser Wahrheit umzugehen. Wenn du deinen Weg zu einem freien und guten Weg entdecken willst, abonniere doch meinen Newsletter und ich begleite dich ein Stück lang.

Es würde mich freuen,
MindPunk von MinPunk

Schreibe einen Kommentar